Ansprechpartner: In Washington: Carl Hanlon (+1 202) 473 8087 chanlon@worldbank.org; In Genf: Richard Mills (+1 202) 509 7775 rmills2@worldbank.org GENF, 12. September – Der Präsident der Weltbankgruppe Robert B. Zoellick forderte heute einen neuen Ansatz für fragile Staaten. Im Mittelpunkt soll dabei die „Sicherung der Entwicklung“ stehen, um einer Milliarde Menschen in Armut zu helfen, den Zyklus von Regierungsversagen, anhaltender Armut und Bürgerkrieg zu durchbrechen. In einer Ansprache vor einer internationalen Konferenz von Sicherheitspolitikern und Regierungsbeamten sagte Zoellick, der multilaterale Ansatz müsse „neu angepackt“ werden, um die gegenwärtigen Aufgaben, die fragile Staaten in dieser Zeit stellen, zu bewältigen. „Fragile Staaten sind die schwierigste Entwicklungsaufgabe unserer Zeit“, sagte Zoellick in seiner Eröffnungsansprache anlässlich der Jubiläumskonferenz zum 50-jährigen Bestehen des Internationalen Instituts für Strategische Studien. „Soldaten und Hilfsdienste müssen zusammenarbeiten, damit die Menschen in diesen Ländern nicht länger Opfer sind, sondern zu einer treibenden Kraft für die Gesundung werden.Ohne diese Zusammenarbeit sind die Bemühungen zur Rettung fragiler Staaten zum Scheitern verurteilt, und die Konsequenzen müssen wir alle tragen.“ „ ... Diese Situationen verlangen einen Blick über die Entwicklungsanalyse hinaus – auf ein neues Rahmenwerk zum Aufbau von Sicherheit, Legitimität, Regierungsführung und Wirtschaft.Dabei geht es nicht um Sicherheit oder Entwicklung im gewöhnlichen Sinne.Es geht auch nicht um das, was wir unter friedensbildenden oder friedenserhaltenden Maßnahmen verstehen”, sagte Zoellick. „Es geht um die Sicherung der Entwicklung: die Zusammenführung von Sicherheit und Entwicklung, um zunächst einmal den Übergang von der Konflikt- zur Friedenszeit zu ebnen und dann für Stabilität zu sorgen, damit die Entwicklung im Laufe eines Jahrzehnts und darüber hinaus Fuß fassen kann.Nur durch die Sicherung der Entwicklung können wir Wurzeln schlagen, die tief genug sind, um den Zyklus aus Fragilität und Gewalt zu durchbrechen.“ Die Weltbankgruppe hat fragilen Staaten oder Ländern im Konfliktzustand mehr als 3 Mrd. US-Dollar zugesagt, so Zoellick. Er beschrieb viele Aufgaben, vor denen diese Staaten jetzt stehen, und umriss 10 Bereiche, die besonderes Augenmerk verdienen. Dazu zählen der Aufbau der Legitimität von Staaten und Rechtsstaatlichkeit, eine Erhöhung der Sicherheit, Eigenverantwortung auf kommunaler und nationaler Ebene, wirtschaftliche Stabilität und ein gesunder Privatsektor, die politische Wirtschaft, die Koordination zwischen Institutionen und Beteiligten, der regionale Kontext sowie die Notwendigkeit eines langfristigen Einsatzes. Zoellick forderte zudem eine bessere Integration des militärischen, politischen, rechtlichen, entwicklungstechnischen, finanziellen und technischen Instrumentariums mit einer Mehrzahl von Beteiligten auf Seiten der Staaten, internationalen Organisationen, der Zivilgesellschaft und des Privatsektors. Nach Schätzung der Weltbankgruppe leben eine Milliarde Menschen, darunter etwa 340 Millionen Menschen in extremer Armut, in fragilen Staaten. Zoellick merkte an, dass diese Länder für etwa ein Drittel der Sterblichkeit in armen Ländern infolge von HIV/AIDS verantwortlich sind, ein Drittel der Länder ausmachen, die kein sauberes Trinkwasser haben, und ein Drittel der Kinder beheimaten, die keine Grundschulbildung besitzen. Fragile Staaten haben eine Armutsquote von durchschnittlich 54 Prozent, während sie in anderen einkommensschwachen Ländern 22 Prozent ausmacht, so der Weltbankpräsident weiter. Zoellick sagte, dass der Zusammenbruch von Staaten „Wellen der Gefahr“ für die betroffenen Regionen und letzten Endes für die Welt bedeute und zum Ausbruch von Krankheiten, Strömen verzweifelter Flüchtlinge und Terrorismus führe. „ ... Die Welt wurde gestern vor sieben Jahren Zeugin davon, dass gebrochene Staaten das schwache Glied in der weltweiten Sicherheit sein können, wenn sie von Terroristen infiltriert werden, die inmitten der Zerstörung anwerben, ausbilden und gedeihen“, sagte Zoellick. # # # Eine Kopie der Ansprache Zoellicks finden Sie unter |