Centro de información en línea para la prensa

Centro de información en línea para la prensa (i)
Noticias bajo embargo y otros materiales sólo para periodistas acreditados.
Ingreso/ Registro

Weltbank Hält Klimafreundliche Welt Für Möglich

Disponible en: Français, 中文, 日本語, العربية, Português, Spanish, English, Bahasa (Indonesian)
Comunicado de prensa Nº:2010/068/DEC

Kontakt: 
In Washington:
Merrell Tuck, Tel. 001 (202) 473-9516
mtuckprimdahl@worldbank.org
Kavita Watsa, Tel. 001 (202) 458-8810
kwatsa@worldbank.org

 

WASHINGTON, 15. September 2009 – Entwicklungsländer können kohlenstoffarme Entwicklungspfade einschlagen, während sie ihre Wirtschaft aufbauen und Armut lindern, sind dabei jedoch von der finanziellen und technischen Unterstützung aus Ländern mit hohem Einkommen abhängig, erklärt ein heute veröffentlichter neuer Bericht der Weltbank. Die ertragsstarken Länder müssen außerdem schnell handeln, um ihre CO2-Bilanz zu reduzieren und die Entwicklung alternativer Energiequellen zu fördern, damit das Problem des Klimawandels gelöst werden kann.

 

Der im Vorfeld der Klimawandelkonferenz in Kopenhagen im Dezember herausgegebene Weltentwicklungsbericht 2010: Entwicklung und Klimawandel erklärt, dass die Industrieländer, die in der Vergangenheit die meisten der Treibhausgasemissionen produziert haben, handeln müssen, um die Zukunft unseres Klimas zu bestimmen. Wenn die Industrieländer jetzt handeln, ist eine klimafreundliche Welt möglich, und die Kosten für ihre Realisierung werden zwar hoch sein, können jedoch aufgebracht werden.  Ein wichtiger Weg, um dies zu erreichen, besteht darin, die Finanzierung klimafreundlicher Maßnahmen in den Entwicklungsländern zu erhöhen, in denen das größte zukünftige Wachstum bei den Emissionen stattfinden wird.

 

„Die Länder der Welt müssen jetzt handeln, zusammenarbeiten und neue Entscheidungen zum Klimawandel treffen,” erklärt Weltbankpräsident Robert B. Zoellick. „Die Entwicklungsländer sind vom Klimawandel unverhältnismäßig stark betroffen. Sie haben diese Krise nicht herbeigeführt und sind am wenigsten darauf vorbereitet. Aus diesem Grund ist eine faire Vereinbarung in Kopenhagen entscheidend.“

 

Die Länder der Welt müssen jetzt handeln, weil die heutigen Entscheidungen sowohl das Klima von morgen als auch unsere Zukunft bestimmen. Sie müssen zusammenarbeiten, weil keine Nation allein die miteinander verknüpften Herausforderungen auf sich nehmen kann, die der Klimawandel stellt, und weil eine globale Kooperation vonnöten ist, um die Energieeffizienz zu verbessern und neue Technologien zu entwickeln. Die Länder müssen neue Entscheidungen treffen, weil wir die Zukunft nicht anhand des Klimas der Vergangenheit planen können. 

 

Die Entwicklungsländer werden den größten Teil der Kosten der durch den Klimawandel entstehenden Schäden tragen. Der Bericht betont, dass viele Menschen in Entwicklungsländern an exponierten Orten und unter wirtschaftlich prekären Bedingungen leben, und ihre finanzielle und institutionelle Fähigkeit zur Anpassung beschränkt ist. Die Entscheidungsträger in einigen Entwicklungsländern stellen bereits fest, dass ein zunehmender Anteil ihres Entwicklungsetats für wetterbedingte Notfälle aufgewendet wird.

 

Der Bericht besagt weiterhin, dass gleichzeitig 1,6 Mrd. Menschen in der dritten Welt keinen Zugang zu Elektrizität haben. Diese Entwicklungsländer, deren durchschnittliche Pro-Kopf-Emissionen einen Bruchteil der Emissionen in den Ländern mit hohem Einkommen ausmachen, benötigen eine ungeheure Expansion in den Bereichen Energie, Transport, Städtesysteme und landwirtschaftliche Produktion. Zunehmender Zugang zu Energie und anderen Diensten mit hoher CO2-Bilanz werden mehr Treibhausgase produzieren und damit den Klimawandel beschleunigen. 

 

Der Bericht stellt jedoch fest, dass vorhandene Technologien mit niedriger CO2-Bilanz und beste Praktiken den Energieverbrauch bedeutend reduzieren und Kosten einsparen könnten. Zum Beispiel erklärt der Bericht, dass es möglich ist, den Energieverbrauch in der Industrie und auf dem Energiesektor um 20-30 Prozent zu reduzieren und dadurch die CO2-Bilanz zu reduzieren, ohne an Wachstum einzubüßen. Zusätzlich bringen viele Änderungen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen außerdem bedeutende Vorteile hinsichtlich Umweltfreundlichkeit, öffentlicher Gesundheit, Energiesicherheit sowie finanziellen Einsparungen mit sich. Wenn Entwaldung verhindert wird, bleiben zum Beispiel Wassereinzugsgebiete erhalten und der Artenreichtum wird geschützt, während die Wälder als wirkungsvolle CO2-Senke dienen. 

 

Die Lösung des Klimaproblems erfordert eine Transformation der Weltenergiesysteme in den kommenden Jahrzehnten.   Es werden jährlich Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen in Höhe von  US$ 100 – 700 Mrd. benötigt werden. Dies stellt eine deutliche Erhöhung von den bescheidenen US$ 13 Mrd. öffentlicher Gelder und US$ 40 – 60 Mrd. privater Mittel dar, die zur Zeit pro Jahr investiert werden. 

 

Entwicklungsländer, insbesondere die ärmsten und am stärksten vom Klimawandel betroffenen Länder, werden Unterstützung bei der Anpassung benötigen. Die finanziellen Mittel zur Bekämpfung des Klimawandels müssen stark aufgestockt werden, da die aktuellen Investitionen die vorhersehbaren Bedürfnisse nicht erfüllen können. Von der Weltbank verwaltete und gemeinsam mit regionalen Banken in Entwicklungsländer implementierte Klimainvestitionsfonds (Climate Investment Funds, CIFs) stellen eine Gelegenheit dar, um Unterstützung aus Industrieländern wirkungsvoll einzusetzen, da diese Mittel die Kosten von Technologien mit niedriger CO2-Bilanz in Entwicklungsländern senken können.

 

„Die Entwicklungsländer werden 75-80% der durch den Klimawandel entstehenden möglichen Schäden tragen. Sie brauchen dringend Unterstützung, um sich auf Trockenheit, Überschwemmungen und steigende Meeresspiegel vorzubereiten. Sie müssen außerdem die landwirtschaftliche Produktion intensivieren, Mangelernährung und Krankheiten bekämpfen und eine klimabeständige Infrastruktur bauen”, erklärt Justin Lin, Chefökonom und leitender Vizepräsident für Entwicklungsökonomie der Weltbank.

 

Die aktuelle Finanzkrise darf keine Entschuldigung darstellen, das Klima hinten anzustellen, warnt der Bericht. Während Finanzkrisen große Not verursachen und das Wachstum kurz- bis mittelfristig reduzieren, dauern sie selten länger als einige Jahre. Die Bedrohung durch die globale Erwärmung ist sehr viel schwerwiegender und langlebiger.

 

Das sich erwärmende Klima der Welt macht die Herausforderung der Entwicklung der dritten Welt komplizierter. Auch wenn dort einer von vier Menschen immer noch von weniger als US$ 1,25 pro Tag lebt, haben mehr als eine Milliarde Menschen nicht ausreichend Nahrung, um ihren grundlegenden täglichen Nährstoffbedarf zu decken.

 

„Der Kampf gegen Klimakatastrophen, die bereits die Entwicklung hemmen, wird nicht einfach sein.  Vielversprechende neue Technologien können jedoch die zukünftigen Treibhausgasemissionen stark reduzieren und katastrophale Klimaänderungen verhindern. Außerdem müssen wir unsere Landwirtschaft, Wälder und Wasserressourcen so verwalten, dass sie eine nachhaltige Zukunft gewährleisten”, erklärt Rosina Bierbaum, WDR-Kodirektorin und Dekanin der School of Natural Resources and Environment der Universität Michigan.

 

„Die gute Nachricht ist, dass eine klimafreundliche Welt möglich ist, wenn wir jetzt zusammen arbeiten, um die Trägheit zu überwinden, die Kosten zu senken und unsere Energie-, Lebensmittel- und Risikomanagementsysteme anzupassen, um eine sicherere Zukunft für alle zu garantierten”, berichtet Marianne Fay, WDR-Kodirektorin und Chefökonomin für nachhaltige Entwicklung bei der Weltbank.

Es gibt echte Gelegenheiten, um unsere Klimazukunft auf eine integrative und umweltverträgliche Globalisierung abzustimmen. Wir brauchen dazu jedoch neuen Schwung für konzertierte Aktionen zu den Klimaproblemen, bevor es zu spät ist”, warnt Robert B. Zoellick, Gruppenpräsident der Weltbank. 

Das Dokument „Strategisches Rahmenwerk für Entwicklung und Klimawandel“ der Weltbankgruppe betont, wie wichtig es ist, Linderungs- und Anpassungsinitiativen in das Kreditvergabeprogramm aufzunehmen, während gleichzeitig anerkannt wird, dass Entwicklungsländer wirtschaftliches Wachstum fördern und Armut reduzieren müssen. Investitionen in erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Klimaanpassungsprojekte nehmen zu.

 

Die Anzahl der von der Weltbank finanzierten Studien, die Klientenländern helfen, Wachstumsstrategien mit niedriger CO2-Bilanz zu planen und zu implementieren, wächst ebenfalls, und die Energiefinanzierungsmittel der Weltbank werden zunehmend für erneuerbare Energien und Energieeffizienz aufgewendet. Während der vergangenen drei Jahre wurden ungefähr zwei Drittel aller Energiemittel der Weltbankgruppe im Bereich nichtfossile Brennstoffe eingesetzt, während ungefähr ein Drittel für fossile Brennstoffe aufgewendet wurde. Davon entfiel die Hälfte auf Erdgas.

 

-#-

Gesperrter Zugang zum vollständigen Bericht über das Online Media Briefing Center:
http://media.worldbank.org/secure 
Akkreditierte Journalisten, die ein Passwort benötigen, können dieses anfordern über:
http://media.worldbank.org/ 
Der Bericht wird im Internet nach Ablauf der Sperre verfügbar sein unter:
http://www.worldbank.org/wdr2010 
Der Klimawandel-Blog der Weltbank befindet sich unter:
http://blogs.worldbank.org/climatechange

 

 




Permanent URL for this page: http://go.worldbank.org/RESK98RE30