Vergangenes Jahr haben wir auf dieser Web-Seite im Internet mehr Informationen über Aufbau und Arbeit der Weltbank eingestellt. Dieses Angebot wird nun durch einen NEWSLETTER ergänzt, der aktuelle Themen aus dem Exekutivdirektorium kurz dargestellt. Diese Informationen sind nur eine Auswahl aus der Vielzahl von Projekten, Programmen, Strategien oder Evaluierungen der Bank. Wir konzentrieren uns auf die Themen, die uns besonders wichtig erscheinen. Weitere Informationen in englischer Sprache finden Sie auf der offiziellen Internetseite der Weltbankgruppe.
Durch die aktuelle Finanzkrise und der daraus resultierenden Situation auf den Kapitalmärkten (v.a. der massive Anstieg der Risikoaufschläge für Entwicklungsländer) ist die Nachfrage nach Krediten der IBRD massiv angestiegen (Verdreifachung der Zusagen zum Jahresende 2008 im Vergleich zum Vorjahr). Präsident Zoellick erklärte, dass die Weltbank im Rahmen ihrer Möglichkeiten ihre Mitgliedsländer unterstützen werde und stellte die Mobilisierung des finanziellen Spielraums der IBRD in Höhe von US$ 100 Mrd. über die kommenden drei Jahre in Aussicht. Damit würde die IBRD Ihr Kreditportfolio von ca. US$ 100 Mrd. auf gut US$ 200 Mrd. verdoppeln.
IDA – Reaktion auf Finanzkrise – “Financial Crisis Response Fast Track Facility”
Die Finanzkrise hat auch die Partnerländer der IDA erreicht. Angesichts sinkender Exporte, Devisenverknappung und geringerer privater Geldströme will IDA diesen Ländern schnell und bedarfsgerecht helfen. Daher werden bis zu US$ 2 Mrd. in einem neuen flexiblen Verfahren bereitgestellt. Das Auffüllungsvolumen von IDA 15 deckt alle Zusagen für die Geschäftsjahre 2009-2011. Jedes Partnerland erhält einen Anteil an diesem Volumen. Diese Länderquote fließt normalerweise relativ gleichmäßig über die Laufzeit von IDA 15. Um drohende volkswirtschaftliche Schäden durch ein schnelles und umfangreiches Maßnahmenpaket abzuwenden, kann IDA in Abstimmung mit dem Partnerland nun bis zur Hälfte der Länderquote bereits im Geschäftsjahr 2009 einsetzen (so genanntes „frontloading“). Darüber hinaus wird, wo es auf Schnelligkeit ankommt, das Exekutivdirektorium zukünftig innerhalb von 2 Wochen über Projektvorschläge der Geschäftsführung entscheiden.
Vor dem Hintergrund der anhaltenden Finanzkrise und den Konsequenzen für den Privatsektor hat das Exekutivdirektorium kurz vor Jahreswechsel folgende neue bzw. erweiterte Maßnahmen beschlossen. Die Finanzierung erfolgt in Zusammenarbeit mit anderen Gebern.
·Die neue Infrastruktur-Krisenfazilität soll eine Beteiligung an Infrastrukturvorhaben ermöglichen, die durch Ausbleiben von Kapital oder Krediten gefährdet sind. Zielgröße sind US$ 3-10 Mrd., davon US$ 1-2 Mrd. für Kapitaleinlagen und US$ 2-8 Mrd. für Kreditinstrumente.
·Der Banken-Rekapitalisierungsfonds dient der Beteiligung, bzw. Unterstützung von Banken in Entwicklungsländern. Zielgröße sind US$ 3 Mrd.
·Die Mikrofinanz-Liquiditätsinitiative mit einer Größenordnung von US$ 465 Mio. soll Mikrofinanzinstitutionen in Entwicklungsländern unterstützen. IFC plant hierbei US$ 150 Mio. zur Verfügung zu stellen.
·Das bestehende IFC-Programm zur Globalen Handelsfinanzierung wurde auf US$ 3 Mrd. verdoppelt.
·Darüber hinaus beabsichtigt IFC seine Beratungsdienstleistungen vor dem Hintergrund der außerordentlichen Anforderungen auszubauen. Dafür werden in einem Zeitraum von 3 bis 5 Jahren US$ 40-60 Mio. veranschlagt.
Bis Dezember 2008 setzte die Bank im Rahmen des Global Food Response ProgramUS$ 859 Mio. ein. Dabei erhielten 25 Länder nicht rückzahlbare Zuschüsse aus dem Trust Fund in Höhe von insgesamt US$ 181 Mio., sieben Länder erhielten vorgezogene IDA-Mittel in Höhe von insgesamt US$ 478 Mio., und ein Land nahm einen IBRD-Kredit in Höhe von US$ 200 Mio. auf. Die Mittel wurden für soziale Sicherungsnetze, den Kauf von Saatgut, Schulspeisungsprogramme, Düngemittel, Bewässerung sowie allgemeine Budgethilfe verwendet.
Programmfinanzierungen für Polen und Ukraine
Mit umfangreichen Neuzusagen für Polen (Euro 975 Mio.) und die Ukraine (US$ 500 Mio.) zeigt die Bank, daß sie auch für europäische Mitgliedstaaten ein gesuchter Partner bleibt. Dabei bewährt sich vor allem ihr Erfahrungsschatz über erfolgreiche Reformoptionen in aller Welt.
In enger Abstimmung mit der EU unterstützt sie das ehrgeizige Reformprogramm Polens: Dabei geht es u.a. um bessere Bewirtschaftungssysteme im öffentlichen Haushalt und weitere Fortschritte im Geschäfts- und Investitionsklima. Außerdem leistet die Bank entgeltliche Beratung zur Reform des sozialen Wohnungsbaus.
Das Unterstützungspaket für Ukraine trägt dazu bei in schwieriger konjunktureller Lage den Kapitalstock zu erhalten und notwendige Reformschritte sozialverträglich umzusetzen. Dazu gehört auch, daß die im regionalen Vergleich hohen Sozialausgaben der Ukraine gezielter als bisher der Armutsminderung dienen.
Tschechien hat die EU-Präsidentschaft für die erste Jahreshälfte 2009 von Frankreich übernommen. Die informelle Koordination für die europäischen Mitgliedstaaten in der Weltbankgruppe (einschließlich der Nicht-EU-Mitglieder) wird vom tschechischen Vertreter im Büro des österreichischen Exekutivdirektors wahrgenommen. Während der französischen Präsidentschaft haben die europäischen Exekutivdirektoren 39 gemeinsame Stellungnahmen in das Exekutivdirektorium eingebracht.
Büro des deutschen Exekutivdirektors
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