Multilaterales System bedarf einer grundlegenden Überholung, sagt Zoellick

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Информационный бюллетень №:2009/105/EXC

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 Pressemitteilung Nr. 2007/105/EXC

Ansprechpartner:
In Washington: Carl Hanlon + 1 202-473-8087
chanlon@worldbank.org
Amy Stilwell + 1 202-458-4906
astilwell@worldbank.org

WASHINGTON, 6. Oktober 2008 – Wie die Welt ihre wirtschaftlichen Probleme lösen will, muss im Rahmen der globalen Krise von heute neu überdacht werden. Unter anderem sollte die Gruppe der Sieben in eine Lenkungsgruppe umgewandelt werden, die aufstrebenden Wirtschaftsmächten mehr Gewicht verleiht, so der Präsident der Weltbankgruppe, Robert B. Zoellick.

Im Hinblick auf die kommende Wahl in den USA sagte Zoellick, der neue Präsident müsse mehr sein als eine „Feuerwehr für finanzielle Stabilisierung“, um die „wirtschaftlichen Folgen“ angehen zukönnen. Der Gewinner im Weißen Haus muss mit anderen an der Modernisierung des multilateralen Systems zusammenarbeiten, denn wir brauchen mehr gemeinsame Verantwortung für die Gesundheit und das wirksame Funktionieren der heutigen Weltwirtschaft.

„Die G7 funktioniert nicht. Wir brauchen eine bessere Gruppe für andere Zeiten“, sagte Zoellick in einer Rede vor dem Peterson Institute for International Economics in Washington D.C. „Für finanzielle und wirtschaftliche Zusammenarbeit sollten wir eine neue Lenkungsgruppe mit Brasilien, China, Indien, Mexiko, Russland, Saudi-Arabien, Südafrika und die gegenwärtige G7 als Mitglieder in Betracht ziehen.“

Bei seiner Ansprache im Vorfeld der Jahrestagung der Weltbankgruppe sagte Zoellick, die neue Lenkungsgruppe müsse mehr sein als ein Ersatz der G7 durch eine feste G14, denn damit würde man zur Schaffung einer neuen Welt nur die alte kopieren. Die Lenkungsgruppe sollte sich an die sich ändernden Bedingungen anpassen können, neue aufstrebende Mächte mit einschließen und gleichzeitig als Netzwerk für regelmäßigen Austausch fungieren. „Wir brauchen ein Facebook für multilaterale Wirtschaftsdiplomatie “, sagte Zoellick.

Im Hinblick auf die Auswirkungen der Finanzkrise warnte Zoellick: „Die Ereignisse vom September könnten für viele Entwicklungsländer einen Wendepunkt darstellen. Ein Rückgang der Exporte und des Kapitalzuflusses wird zu einem Abfall der Investitionen führen. Verlangsamung des Wachstums und schlechtere Finanzierungsbedingungen werden im Verein mit einer strikteren Geldpolitik Firmen in den Konkurs treiben und möglicherweise Bankkrisen hervorrufen. Einige Länder werden in Richtung Zahlungsbilanzkrisen schlittern. Wie in allen Fällen sind die ärmsten Länder auch diejenigen, die sich am wenigsten schützen können.“

 Nach Worten des ehemaligen US-Diplomaten, Handelsvermittlers und Finanzbosses müsse der wirtschaftliche Multilateralismus über seine traditionelle Ausrichtung auf Finanzen und Handel hinaus neu definiert werden. Energie, Klimawandel sowie die Stabilisierung von fragilen Staaten und Ländern in der Konfliktfolgezeit seien wirtschaftliche Aufgaben und nicht nur Teil des globalen Dialogs zu Sicherheit und Umwelt.

Zoellick sagte, der Neue Multilateralismus müsse der Entwicklung dieselbe Bedeutung beimessen wie dem internationalen Finanzsystem, andernfalls bliebe die Welt ein Ort der Instabilität. Das Hilfssystem funktioniere jedoch nicht gut genug. Es müsse schneller und wirksamer denen helfen, die von einer Krise am stärksten getroffen werden. Die Weltbankgruppe braucht ebenfalls Reformen. Zoellick gab die Einsetzung einer hochrangigen Kommission under der Führung des früheren mexikanischen Präsidenten Ernesto Zedillo bekannt. Aufgabe der Kommission ist es, die Modernisierung in der Führung der Weltbankgruppe zu untersuchen.

Mit Blick auf die multilateralen Handelsgespräche sagte Zoellick, die Doha-Runde sei „auf Grund gelaufen und die Länder sollten deshalb die Erleichterung des Handels als eine Möglichkeit betrachten, die Kosten des Handels einzudämmen. „Es gibt Wege, um die Kosten des Handels weitaus stärker zu senken als Zölle und sonstige Handelsbarrieren diese erhöhen “, sagte er.

Zoellick beschrieb die Energiemärkte der Welt als „einziges Chaos“ und rief zu einer „globalen Abmachung“ zwischen Energieproduzenten und Konsumenten auf. Beide Seiten könnten Pläne zur Ausweitung der Vorräte, Verbesserung der Effizienz und zum Rüc kgang der Nachfrage enthalten sowie Unterstützung für die Armen und Überlegungen, wie diese Maßnahmen sich zur Politik über Kohlenstoffproduktion und Klimawandel verhalten.

Es könnte ein gemeinsames Interesse daran bestehen, eine Preisspanne zu steuern, die die Interessen beim Übergang zu Strategien für eine langsamere Zunahme der Kohlenstoffemissionen, einen breiteren Angebotsfächer und mehr internationale Sicherheit vereint“, so Zoellick.

Zoellick berichtete, dass die Weltbankgruppe derzeit auf Bitten wichtiger Anteilseigner die Initiative „Energie für die Armen“ entwickelt, die den ärmsten Ländern dabei helfen soll, den Energiebedarf auf effiziente und nachhaltige Weise zu decken.




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