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Bessere Institutionen sind der Schlussel zum Abbau der ArmutNeuer Bericht rat zu Flexibilitat und zu Innovationen, um Institutionen zu schaffen, die armen Menschen zuganglich sind

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Press Release No:2002/074/S

Pressemitteilung Nr.
2002/074/S
Kontaktpersonen:
Ana E. Luna (202) 473 2907
alunabarros@worldbank.org
Miriam Razaq (202) 458 2931
mrazaq@worldbank.org
Cynthia Case McMahon (TV/Radio) (202) 473-2243
Ccasemcmahon@worldbank.org

WASHINGTON, 11. September 2001--Dem Weltentwicklungsbericht 2002: Schaffung von Institutionen f??ie M䲫te zufolge schaden schwache Institutionen -- komplizierte Gesetze, korrupte Gerichte, stark auf Vorurteilen beruhende Kreditsysteme und komplizierte Vorgaben f??ie Eintragung von Unternehmen -- armen Menschen und hemmen die Entwicklung. Laut dem neuen Weltbankbericht erreichen L䮤er, die sich systematisch mit diesen Problemen befassen und die neue, den ??ichen Bed??issen gerecht werdende Institutionen schaffen, eine deutliche Erh??g der Einkommen und den Abbau der Armut. Solche Institutionen behandeln Regelungen vom Gewohnheitsrecht bis hin zu komplexen Gesetzesvorlagen, die den internationalen Handel regulieren.


"Ohne effiziente Institutionen k??n arme Menschen und arme L䮤er nicht von den Vorteilen der M䲫te profitieren??/i>so der Wirtschaftsverantwortliche und Vizepr䳩dent der Weltbank Nicholas Stern, der die Erstellung des Berichts ??wachte. "Dieser Bericht zeigt Reformprinzipien auf, die auf der Erfahrung von Menschen aus aller Welt beruhen, welche sich der Herausforderung der Schaffung effizienterer Institutionen stellen. ??i>

B??ratische, ineffiziente Institutionen sind ein allgemeines Problem

B??ratische und ineffiziente Institutionen sind ein allgemeines Problem, vor allem f??rme Menschen in armen L䮤ern. In Mosambik zum Beispiel sind f??ie Eintragung eines neuen Unternehmens 19 Schritte n??, was 5 Monate dauert und Kosten verursacht, die ?? dem durchschnittlichen Jahres-Prokopfeinkommen liegen. Im Gegensatz dazu sind f??ie Eintragung eines neuen Unternehmens in Australien nur zwei Schritte, zwei Tage und zwei Prozent des durchschnittlichen Jahres-Prokopfeinkommens n??. In Slowenien kann die L??g eines Rechtsstreits ?? einen retournierten Scheck bis zu vier Jahre in Anspruch nehmen, in Singapur sind hierf??ur 35 Tage notwendig.

"ܢertrieben komplizierte Verordnungen stellen vor allem in armen L䮤ern ein Problem dar,?? Roumeen Islam, Hauptverantwortlicher f??en Weltentwickungsbericht 2002. "Statt die Verbraucher und die Unternehmen zu sch??n, f??n solche Verordnungen zu mehr Korruption, zur Vergeudung von Energien und zur Schw䣨ung der Produktivit䴮??>

Dem Bericht zufolge kann die Vereinfachung von Gerichtsverfahren zu mehr Effizienz f??n, ohne die Grunds䴺e der Fairness zu beeintr䣨tigen. Auch alternative, beispielsweise auf sozialen Normen beruhende Systeme zur Konfliktl??g k??n armen Menschen einen verbesserten Zugang zu gerichtlichen Leistungen verschaffen. In Bangladesh bietet z.B. eine Nichtregierungs-Organisation Frauen einen kostenlosen Schlichtungsservice an, mit dessen Hilfe die meisten innerd??ichen Streitereien in weniger als zwei Monaten beigelegt werden k??n. Bei 䨮lichen vor Gericht verhandelten F䬬en ist mit einer Verfahrensdauer von drei Jahren zu rechnen.

"Um Konflikte beilegen zu k??n, die sich aus normalen Gesch䦴en ergeben, brauchen die Menschen Zugang zu effizienten Gerichten und verantwortungsbewusste Richter ??i>sagt Islam.  

Lernen aus dem Erfolg

Der Bericht bietet einen analytischen Rahmen, der sich auf die sorgf䬴ige Analyse der Einzelheiten des institutionellen Aufbaus auf Mikroebene st??. Dies beinhaltet neue Umfragen zu den Rechtssystemen, zu den Unternehmensverordnungen und zum Medienbesitz in etwa 100 L䮤ern.

Gest?? auf diese Untersuchung stellt der Bericht fest, dass alle den Markt st??nden Institutionen eine oder mehr von drei Funktionen ??nehmen: Sie erleichtern oder behindern den Informationsfluss, arbeiten Eigentumsrechte und Vertr䧥 aus und setzen sie um und bauen den Wettbewerb aus oder schr䮫en ihn ein.  Es stellt sich heraus, dass Reformen und Innovationen dann am effizientesten waren, wenn sie diesen Bed??issen auf eine Art und Weise gerecht werden, die sich mit den in einem Land herrschenden Bedingungen vereinbaren l䳳t und die den Zugang f??ie Armen verbessert. Ein Beispiel:

In vielen L䮤ern werden die Rechtssysteme den Bed??issen armer Menschen, die nicht in der Lage sind, Geb??n zu bezahlen oder komplexe Rechtsdokumente zu lesen, nicht gerecht. El Salvador, Thailand und Uganda haben kleine Beschwerdegerichte eingef??, die sich auf vereinfachte, manchmal nur m??ich durchgef??e Verfahren st??n. Die einfacheren Verfahren l?? Konflikte schneller und g??iger als regul䲥 Gerichtsverfahren.

Verfahren ?? Eigentumsrechte an Land sind f??rme Menschen oft zu kostspielig und kompliziert. Ohne klaren Besitzanspruch auf ihr Land sind arme Farmer aber nicht in der Lage, dieses als Sicherheit anzubieten und schrecken somit eher davor zur?? in Verbesserungen, wie bessere Drainagen oder Bew䳳erungssysteme zu investieren. Mexiko und Peru vereinfachten die Verfahren zur Landeintragung, so dass selbst Eigent?? kleiner Grundst?? schnell und auf unkomplizierte Art einen Rechtstitel erhalten k??n.

Infrastrukturstandards und --verordnungen grenzen typischerweise kleine Unternehmer aus, denen es am erforderlichen Kapital und den ben??ten Technologien mangelt. Und doch sind es genau diese Unternehmen, die den Armen am ehesten kosteng??igere Leistungen anbieten k??en. Brasilien, Bolivien und Senegal haben vor kurzem flexiblere Bestimmungen eingef??, die Dienstleistungen wie g??ige Telephonverbindungen und Wasseranschl?? in Shantyst䤴en m??ch machen.

Der Bericht macht deutlich, dass die Effizienz einer bestimmten Institution in einem Land von den Basisinstitutionen, den verf??ren Technologien und Qualifikationen, dem Korruptionsgrad und den Kosten f??en Zugang zu dieser Institution und deren Unterhalt abh䮧t.

Die Verfasser fanden auߥrdem heraus, dass ein offener Informationsfluss die ??ntliche Nachfrage nach effizienteren Institutionen erh?? und somit eine Verbesserung der Regierungst䴩gkeit und der sozialen und wirtschaftlichen Ergebnisse nach sich zog. Aus einer Analyse von Eigentumsverh䬴nissen in 97 L䮤ern geht hervor, dass Medien in Staatsbesitz in der Regierungskontrolle meist weniger effizient arbeiten als Medien in Privatbesitz. In L䮤ern mit vorwiegend staatlichen Presse- und Nachrichtenagenturen gab es tendenziell weniger politische Rechte, mehr Korruption, eine schlechtere Wirtschaftspolitik, weniger entwickelte Finanzm䲫te und ein schlechteres Bildungs- und Gesundheitssystem (siehe Abbildung).


L䮤er, die den staatlichen Anteil am Medienbesitz reduzierten erzielten oft rasche Verbesserungen im Ausmaߠund der Qualit䴠der Berichterstattung. So f??e z. B. die Teilprivatisierung der Sendeanstalten in Mexiko im Jahr 1989 dazu, dass die Berichterstattung ?? Korruptionsskandale deutlich zunahm. In Ghana f??e die Einf??ng einer neuen privaten Fernsehstation im Jahr 1997 zu mehr Informationssendungen ?? die Regierungst䴩gkeit und zu einer kritischeren Bewertung der Regierungsarbeit.

Aber auch ein zu hoher privater Anteil am Medienbesitz kann die Medienfreiheit einschr䮫en. W䨲end der Pr䳩dentschaftswahlen in der Ukraine im Jahr 1999 gestanden z.B. private Mediengesellschaften mit Verbindungen zur Regierung dem Amtsinhaber mehr Sendezeit zu und fiel in seinem Fall die Berichterstattung positiver aus als im Falle der sechs Herausforderer.


Es gibt keine Patentl??g

Das Lernen aus den Erfolgen und Fehlschl䧥n anderer L䮤er bei der Schaffung von Institutionen kann wertvolle Hilfe leisten. Doch kann das Nachahmen institutioneller Modelle dem Bericht zufolge auch zur Verschwendung knapper Ressourcen f??n, wenn dabei die Bed??isse derer, denen die Institutionen dienen sollen sowie die F䨩gkeiten der Regierungen und der B??r nicht ber??ichtigt werden.

In den fr?? und mittleren 90er Jahren versuchten z.B. Gambia und Sambia B??nm䲫te aufzubauen, indem sie den B??nhandel einf??en und Leute ausbildeten, die an den B??n arbeiten sollten. Es gab jedoch so wenige eingetragene Unternehmen und ein so geringes Handelsvolumen, dass nicht einmal die Geb??n die zum Selbsterhalt notwendig waren eingenommen wurden. Somit zeigt sich, dass die Bedingungen f??ie Schaffung von B??n noch nicht gegeben waren und die Anstrengungen w䲥n in anderen Bereichen wie z.B. der Verbesserung der Buchf??ngs- und Informationssysteme sinnvoller gewesen.

"Im Entwicklungsgesch䦴 neigt man dazu, Bem??gen, die in einem oder mehreren L䮤ern erfolgreich waren, als "in der Praxis bew䨲t?? betiteln und dann zu versuchen, sie auf andere L䮤er zu ??tragen??> so Islam. "Was jedoch Institutionen angeht, so gibt es keine Patentl??g, die in allen L䮤ern greift.??>

Die Empfehlungen des Berichts werden in vier Grunds䴺en zusammengefasst, die den politischen Verantwortlichen bei der Schaffung effizienterer Institutionen helfen sollen:

· Ausbau des Bestehenden: Beim Aufbau jeder einzelnen Institution sollten Art und Wesen Basisinstitutionen, F䨩gkeiten, Technologien und Korruption ber??ichtigt werden. Die Kosten f??ie Schaffung und den Unterhalt der Institution m??n zum Prokopfeinkommen im Verh䬴nis stehen, um den Zugang zur betroffenen Institution und deren Nutzung sicherzustellen.

· Innovation: Institutionen sind nichts Starres. Seien Sie offen daf??neue institutionelle Wege zu gehen und Institutionen die versagt haben, abzu䮤ern oder aufzugeben.

· Verbindungen herstellen: Verbinden Sie Gemeinschaften durch einen offenen Informationsfluss und offenen Handel. Besonders der Austausch von Informationen in offenen Diskussionen schafft Nachfrage nach institutionellen Ver䮤erungen.

· Schaffung von Wettbewerb: F??rn Sie den Wettbewerb zwischen der Gerichtsbarkeit, den Unternehmen und Einzelpersonen. Wettbewerb schafft Nachfrage nach neuen Institutionen, 䮤ert Verhaltensweisen, bringt Flexibilit䴠auf den M䲫ten und f?? zu neuen L??gsans䴺en.




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