Wissenschaftler am Internationa-len Kartoffelzentrum in der peruanischen Hauptstadt Lima haben eine neue Generation von Versuchskartoffeln geerntet, die resistent gegen alle bestehenden Formen der Kraut- und Knollenfäule sein soll, der Erkrankung, die auch die irische Kartoffel-Hungersnot in den 1840er Jahren ausgelöst hat. | Pedro Cote/UNDP
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Die Entwicklung dieser Klone fällt in eine Zeit, in der neue virulente Stämme der Kraut- und Knollenfäule die weltweite Kartoffelproduktion um 15 Prozent dezimiert haben. Allein in den Entwicklungsländern verursacht die Krankheit Produktionsausfälle von 2,5 Mrd. Dollar jährlich und zusätzlich Kosten für Fungizide in Höhe von 750 Mio. Dollar jährlich. "Die Kraut- und Knollenfäule, die schlimmste Agrarkrankheit von allen, wirkt sich nicht nur auf die Nahrungsproduktion in diesen Regionen, sondern auch auf die Beschäftigung, das Einkommen und den Pestizideinsatz im ländlichen Raum aus", sagt Ismail Serageldin, der Vorsitzende der CGIAR und Weltbank-Vizepräsident für Sonderprogramme. "Für die Ernährung der Entwicklungsländer und den Schutz der Umwelt ist es entscheidend, daß eine neue Kartoffel mit einer dauerhaften Resistenz gegen die Kraut- und Knollenfäule gefunden wird." Die Arbeit des Internationalen Kartoffelzentrums (CIP) an der Entwicklung von resistenten Kartoffeln ist wichtig, weil die Kartoffel ein bedeutendes Nahrungsmittel und eine Einnahmequelle für die Armen ist. Wenn sich die bisherigen Trends fortsetzen, werden über die nächste Generation die weltweit meisten Kartoffeln in Asien, Afrika oder Lateinamerika geerntet. Die neuen aggressiven Stämme der Kraut- und Knollenfäule haben schon die Kartoffelernten in Nord- und Südamerika, Europa, Asien und Afrika angegriffen und nur Australien noch verschont. Zur Zeit sind die afrikanischen Länder südlich der Sahara am schwersten von dem Pilz betroffen. Auch den Industrieländern ist die Kartoffelkrankheit nicht erspart geblieben. Sowohl in Kanada als auch in den USA waren die Ernteerträge infolge der Krankheit, die sich vor allem durch in der Luft schwebende Sporen schnell ausbreitet, rückläufig. Die Versuchskartoffel ist eine vernünftigere Lösung im Kampf gegen die Kartoffelkrankheit als Fungizide. Dies liegt auch an den ökologischen Kosten, die der Einsatz von Fungiziden verursacht. Diese Kosten äußern sich in armen Entwicklungsländern darin, daß der Kontakt mit Fungiziden und deren Mißbrauch zu gesundheitlichen Risiken führt. In Industrieländern bestehen die ökologischen Kosten eher in einer Belastung der Umwelt. Wenn die Krankheit mit der Züchtung stabil resistenter Kartoffelsorten effektiv in den Griff zu bekommen ist, steigt der Wert der Kartoffelproduktion in vielen afrikanischen Erzeugerländern südlich der Sahara um bis zu 40 oder 50 Prozent. In anderen Regionen, besonders in Lateinamerika, führt eine wirksame Bekämpfung durch resistente Sorten zu erheblichen Rückgängen beim Pestizideinsatz und dadurch zu höheren bäuerlichen Einkommen. Das CIP ist eins der 16 Forschungszentren, die der Konsultativgruppe für internationale Agrarforschung (CGIAR) angehören. Aufgabe der CGIAR ist es, das Beste aus der Agrarforschung für die Ernährungssicherheit in den Entwicklungsländern zu mobilisieren. Information: Sarwat Hussain in Washington (Tel. +1-202-473-5690) und Rebecca Nelson in Peru (Tel. +51-1-349-6017). |