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Die Wirtschaft der Karibiklander stand am Hauptsitz der Weltbank im Rampenlicht

Ministerpräsidenten und Finanzminister aus Karibikländern trafen diesen Monat in Washington mit Vertretern von Geberorganisationen, Nichtregierungsorganisationen und dem Privatsektor zusammen, um lokale und internationale Partnerschaften zu stärken.

Ron Thomas Minister aus Karibikländer mit Wolfensohn und Kalantzopoulos.

Das Forum der Karibischen Gruppe für Zusammenarbeit bei der wirtschaftlichen Entwicklung (CGCED), das seit 1977 alle zwei Jahre stattfindet, fand in der Woche vom 8. Juni unter der Trägerschaft der Weltbank statt.

Der Ministerpräsident von Barbados, Owen Seymour Arthur, sagte, die jüngsten wirtschaftlichen Ereignisse hätten einen „dunklen Schatten" auf die Region geworfen, und die Gruppe werde sich auf Maßnahmen zur Neupositionierung der karibischen Wirtschaft konzentrieren, um deren Störungsanfälligkeit zu überwinden.

Der Tourismus, andere Dienstleistungsexporte und das verarbeitende Gewerbe sind in der Karibik die Zugpferde des Wachstums, auch wenn dieses Wachstum niedriger ausfällt als das des Weltmarktes. Das Ende der traditionellen Handelsverträge (die WTO hat entschieden, daß Bananen- und Zuckerhandelsverträge mit der EU bis 1999 geändert werden müssen) und die Zunahme des internationalen Wettbewerbs, speziell mit Mexiko, drohen das vor kurzem erzielte bescheidene Wachstum zu untergraben.

Unterdessen stellt die Weltbank negative Nettotransferströme in die Region fest.

Im Mittelpunkt der diesjährigen Sitzung der CGCED standen lokale und internationale Partnerschaften als Schlüssel zur Unterstützung der Länder bei der Reduzierung ihrer wirtschaftlichen Störungsanfälligkeit. Einer der Vorschläge, der bei der Gruppe starke Unterstützung fand, war die verstärkte Beteiligung der zivilen Gesellschaft an der Planung und Durchführung von Entwicklungsprogrammen. Ein Beispiel dafür, wie die Weltbank die zivile Gesellschaft einbezieht, findet sich in Haiti, wo ein Armutsgutachten der Weltbank in kreolischer Sprache an Nichtregierungsorganisationen und Gemeinschaftsgruppen verteilt wird.

Ein gemeinsames Regionalkonzept für die Lösung des Problems der wirtschaftlichen Störungsanfälligkeit war ein weiteres Thema, das bei der Sitzung der CGCED im Vordergrund stand. Nationale Delegationen und Geber waren sich über die Notwendigkeit einig, an Lösungen für regionale Probleme zusammenzuarbeiten.

Die Weltbank bekräftigte ihr Engagement für die Unterstützung der karibischen Region und betonte die Bedeutung von Wachstum, Armutsbekämpfung, Kapazitätsaufbau und mehr Programmen der gesamten Region.

Die Länderdirektorin der Weltbank für die Karibik, Orsalia Kalantzopoulous, betonte, die Weltbank werde sich bemühen, ihre konzessionären Ausleiheströme aufrechtzuerhalten, speziell für die besonders anfälligen Länder der Region.

In den nächsten Monaten werde die Bank ihre Länderhilfsstrategien und Ausleihungsprogramme überprüfen, um festzustellen, ob sie die Ausleihungen an diejenigen Länder wieder aufnehmen soll, die die Kriterien für Weltbank-Darlehen oder IDA-Kredite eigentlich nicht mehr erfüllen.

"Die bestehende Armut, die Auswirkungen von Naturkatastrophen wie Hurrikans und die Wirtschaftsstruktur mancher Länder, die nur ein Produkt exportieren, müssen bei den bevorstehenden Verhandlungen für IDA 12 berücksichtigt werden", sagte sie unter Bezugnahme auf die Wiederauffüllung des Soft-Loan-Fensters der Weltbank durch die Geber für den Zeitraum 1999-2001.

Die Ausleihungen der Weltbank an die Region belaufen sich auf durchschnittlich 150 Mio. Dollar pro Jahr. Kalantzopoulos wies jedoch darauf hin, daß die Weltbank nicht nur mit Ausleihungen hilft. So qualifizierte sich Guyana im Januar für einen Schuldenerlaß in Höhe von 254 Mio. Dollar (Zeitwert) im Rahmen der Schuldenerlaßinitiative der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds für hoch verschuldete arme Länder (Weltbank-Nachrichten vom 8. Januar).

Direktor Vinod Thomas, der Leiter des Instituts für Wirtschaftsentwicklung (EDI), der Bildungsabteilung der Weltbank, sagte, das EDI werde die Zahl der Programme erhöhen, die Fertigkeiten vermitteln, die für die Modernisierung der Wirtschaft wichtig sind, und die Ausbildung anpassen, um den Bedürfnissen der Länder in der Region besser gerecht zu werden.

Im Vorfeld der CGCED-Sitzung hat die Weltbank am 4. Juni ein Telekommunikationsprojekt bewilligt, das der Wirtschaft der ostkaribischen Staaten sehr zugute kommen könnte. Dieses 10 Mio. Dollar teure Projekt wird mit 6 Mio. Dollar aus einem Darlehen der Weltbank und aus Krediten der IDA unterstützt. Das Projekt soll den fünf beteiligten Regierungen helfen, eine Regulierungsbehörde für die Telekommunikation zu schaffen und neue Gesetze zu erlassen, die für mehr Wettbewerb in diesem Sektor sorgen.

Das Projekt soll den Ländern helfen, sich schneller zu diversifizieren, den – für Unternehmen wichtigen – Einsatz der Datenübertragung vorantreiben und Arbeitsplätze im Dienstleistungssektor schaffen.

"Wenn das Projekt mit Erfolg durchgeführt wird, wird es den Charakter der Wirtschaft in diesen Ländern verändern", sagte Kalantzopoulos.

Berichte über Länder in der Region, sind abrufbar unter www.worldbank.org/cgced/cgcedre. Information: Monica Echeverria-Cota (Tel. +1-202-473-1315, E-Mail mecheverria-cota@worldbank.org).





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