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1,25 Mrd. Dollar fur Bosnien-Herzegowina zugesagt

Weltbank bewilligt Projekte für Stromversorgung und Privatsektorentwicklung

Weniger als zwei Wochen nachdem Geber neue Mittel für den Wie-deraufbau in Bosnien-Herzegowina zugesagt haben, hat die Weltbank zwei neue Projekte für die Entwicklung des Energie- und des Privatsektors bewilligt.

Die Projekte dienen der Wiederherstellung der Stromversorgung in Bosnien-Herzegowina und der Förderung der Entwicklung des Privatsektors in der Republika Srpska durch Darlehen für kleine und mittlere Unternehmen.

Erwartungen übertroffen

Die verbesserte politische Situation in Bosnien-Herzegowina hat dazu beigetragen, daß 1,25 Mrd. Dollar an Zusagen für die Festigung des Friedens und des wirtschaftlichen Aufschwungs zusammenkamen.

Der zugesagte Betrag übertraf die Erwartung von 1,1 Mrd. Dollar, die bei der von Weltbank und EU gemeinsam veranstalteten Tagung in Brüssel am 7.-8. Mai geäußert worden war.

Die Geber betonten bei der Tagung die Notwendigkeit einer vollständigen Umsetzung der Friedensvereinbarungen von Dayton und äußerten sich entschlossen, bei der Schaffung eines Umfelds mitzuwirken, das die Rückkehr von Flüchtlingen und Vertriebenen erleichtert. Die neuen Mittel werden es auch möglich machen, mehr Geld für den Wiederaufbau, das Wirtschaftsreformprogramm und die friedenserhaltenden Aktivitäten bereitzustellen.

Weltbank-Vizepräsident Johannes Linn bezeichnete das bisherige Wirtschaftswachstum als beeindruckend: "50 Prozent Wachstum im Jahr 1996 und dann 30 Prozent im vergangenen Jahr, das ist wahrhaft bemerkenswert." Allerdings fügte er hinzu: "Das Wirtschaftswachstum ist ungleich im Land verteilt, und es gibt noch große soziale Probleme, die leider nicht so bald verschwinden werden."

Linn teilte sich bei der Tagung den Vorsitz mit EU-Kommissar Hans van den Broek. Bosnien-Herzegowina war durch die gemeinsamen Vorsitzenden des Ministerrats, Silajdzic und Bosic, und die Ministerpräsidenten beider Teilstaaten, Bicakcic und Dodik, vertreten; Minister der Regierung Bosnien-Herzegowinas und der Teilstaaten nahmen ebenfalls an der Tagung teil.

Die Teilnehmer stellten fest, daß es bei Umsetzung des Wiederaufbauprogramms seit 1995 gelungen sei, das Kriegstrauma teilweise zu lindern, doch wegen des Fehlens eines landesweiten kohärenten und konsequenten politischen Rahmens für makroökonomische und strukturelle Reformen sei diese Umsetzung immer schwieriger geworden. Die Geber begrüßten die mutigen Schritte der Behörden zur Durchführung eines von IWF und Weltbank unterstützten Wirtschafts- und Strukturanpassungsprogramms.

Aufbau der Stromversorgung

Der am 19. Mai bewilligte Kredit der Internationalen Entwicklungsorganisation (IDA) im Gegenwert von 25 Mio. Dollar für das zweite Projekt zum Wiederaufbau der Stromversorgung soll die notfallmäßigen Reparaturen ergänzen, die im Rahmen eines ersten Projekts durchgeführt worden waren, das bereits geholfen hat, die Stromversorgung in größeren Städten und wichtigen Industrien wiederherzustellen.
Y. Hadar/World Bank
Bringing power to Bosnia.

Die Stromversorgung wurde durch den Krieg stark beschädigt, nicht nur durch Zerstörungen, sondern auch durch die mangelnde Instandhaltung infolge von Knappheit von Material, Ersatzteilen und Arbeitskräften.

Die Gesamtprojektkosten in Höhe von 170 Mio. Dollar werden von anderen Gebern kofinanziert. Geplant ist die Wiederherstellung einer zuverlässigen Stromversorgung durch Steigerung der Kohleförderung, Ausbau der Stromerzeugungskapazität, Verbesserung der Übertragungsleitungen, Stärkung des Managements und Betriebs der Versorgungsunternehmen des Landes sowie Förderung ihrer Integration.

Wirtschaftsförderung

Der Kredit der IDA in Höhe von 5 Mio. Dollar für das Notfall-Pilot-Kreditprojekt für die Republika Srpska soll schnell Geld in den Privatsektor in diesem Landesteil pumpen, um bis zur Verabschiedung großer Unternehmens- und Bankenreformen, die zur Zeit vorbereitet werden, die Produktion wieder anzukurbeln und Arbeitsplätze zu schaf fen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 20 Mio. Dollar, an denen sich voraussichtlich auch andere Geber beteiligen werden. (Großbritannien und Schweden) sind bereits aktiv beteiligt.

Das Projekt soll durch rund 130 Unterdarlehen der ersten Runde (in Höhe von durchschnittlich 120.000 Dollar) an 12 Prozent der registrierten Privatunternehmen in der Republika Srpska die Wirtschaft fördern und Arbeitsplätze schaffen. Die resultierenden Investitionen werden voraussichtlich zur Entstehung von rund 1.500 neuen Industriearbeitsplätzen und zur Förderung zusätzlicher Jobs führen. Darüber hinaus soll das Projekt eine Reform des Bankensektors in der Republika Srpska unterstützen, indem es die Fähigkeit zum Kreditmanagement verbessert, Kreditausfälle reduziert und wieder für normale Beziehungen zwischen Banken und Unternehmen sorgt. Information: Chris Miller und Patrice Dufour in Sarajevo (Tel. +387 71 440 293) und Jan Pakulski in Washington (Tel. +1-202-473-1797, E-Mail jpakulski@worldbank.org).


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