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Deutschland, Weltbank und AfDB schließen Partnerschaft zur Stärkung der Finanzsysteme in Afrika

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Press Release No:2008/101/AFR

Kontakt

AfDB Tunis:  Eric Chinje (216) 7110 2116

e.chinje@afdb.org

BMZ Deutschland: Stephan Bethe  49-(0)30-2503-2452

Stephan.Bethe@bmz.bund.de

Weltbank Washington: Timothy T. Carrington (202) 473 8133

tcarrington@worldbank.org

 

Washington D.C., 20. Oktober 2007—Die Bundesrepublik Deutschland, die Weltbank und die Afrikanische Entwicklungsbank (AfDB) begründen eine neue Partnerschaft zur Förderung stärkerer Finanzsysteme in Afrika.

 

Deutschland setzte sich im Rahmen der G8-Präsidentschaft für diese Partnerschaft ein und betonte, die neue Initiative werde durch die Stärkung der afrikanischen Finanzsysteme das Wirtschaftswachstum, die Schaffung von Arbeitsplätzen und den Armutsabbau unterstützen.

 

Heidemarie Wieczorek-Zeul, Bundesministerin für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, erklärte: „Wirtschaftliche Entwicklung ist nur möglich, wenn es einen florierenden Finanzsektor gibt, der sowohl Männern als auch Frauen Zugang zu angemessenen, geeigneten Finanzdienstleistungen und Möglichkeiten zu sparen bietet und zugleich Unternehmen Investitionen und die Schaffung langfristiger Beschäftigungen ermöglicht.

 

Außerdem sei „der Mangel an Finanzdienstleistungen eines der bedeutendsten Hemmnisse für die Entwicklung des privaten Sektors in Afrika.“

 

Eine neuere Weltbank-Studie mit dem Titel Making Finance Work for Africa deutet auf neuartige Möglichkeiten für eine bessere Verfügbarkeit von Finanzmitteln zu erschwinglichen Konditionen hin, so dass Unternehmen endlich Zugang zu Finanzdienstleistungen erhalten, mit denen sie ihre Produktivität durch Investitionen steigern und Wachstum erreichen können. In den vergangenen zehn Jahren wurde das Finanzwesen in Afrika durch eine Reihe von Reformen gestärkt, durch die finanzielle Unterdrückung abgebaut wurde, staatseigene Banken privatisiert wurden und ausländische Banken den Markt betreten konnten. Neue Produkte und Technologien haben erhebliche Innovationsmöglichkeiten geschaffen. Durch die Stärkung afrikanischer Banken und eine bessere regionale Integration werden Finanzmittel und -dienstleistungen in größerem Umfang bereitgestellt werden können.

 

Robert B. Zoellick, Präsident der Weltbank, ergänzte, dass „die Entwicklung des Finanzsektors ein strategischer Wachstums- und Beschäftigungsmotor in Afrika“ sein werde. Afrikanische Unternehmen beurteilen den Zugang zu und die Kosten für Finanzmittel als zwei der drei größten Hemmnisse bei der Ausübung ihrer Geschäftstätigkeit.

 

Die Studie macht auf einige Probleme aufmerksam, die nach wie vor angegangen werden müssen:

 

  • Nur 20 Prozent der Erwachsenen in Subsahara-Afrika haben ein Bankkonto bei einem Finanzinstitut aus dem offiziellen oder halboffiziellen Bereich. Durch einen besseren Zugang zu Finanzdienstleistungen werden Arme und insbesondere Frauen die Möglichkeit erhalten, ihr Haushaltseinkommen zu erhöhen, Vermögen aufzubauen, in die Gesundheit und Bildung zu investieren und ihre Anfälligkeit bei familiären Notfällen zu mindern.
  • Nur ein sehr geringer Anteil der Einlagen bei afrikanischen Finanzinstituten fließt in Kredite an Privatunternehmen, stattdessen halten die Banken ein hohes Maß an liquiden Mitteln und kaufen staatliche Schuldpapiere.
  • Unternehmensbefragungen zeigen, dass der Zugang zu Finanzmitteln eines der drei größten Hemmnisse für das Wachstum von Unternehmen in Afrika ist. In Afrika nennen mehr Unternehmen den begrenzten Zugang zu und die hohen Kosten für Finanzmittel als wichtiges Problem als in jeder anderen Region der Welt.
  • Die Verfügbarkeit von Krediten für den privaten Sektor bessert sich, ist mit 14 Prozent des BIP aber nach wie vor ungenügend, um das Wachstum und die Entwicklung des privaten Sektors zu fördern.
  • Die Zinskosten, Verwaltungsgebühren und Besicherungsanforderungen für Kredite sind in Afrika erheblich höher und strikter. Die Zinsspanne – ein Maß für die Effizienz des Finanzsektors – beträgt in Afrika durchschnittlich 8 Prozent im Vergleich zum weltweiten Durchschnitt von 4,8 Prozent.

Bei der Bewältigung dieser Probleme können sowohl die Politik als auch Anbieter von Finanzdienstleistungen die technologischen Innovationen auf dem Kontinent nutzen. Die weitere Verbreitung neuer Technologien wie Mobiltelefone auf dem afrikanischen Markt eröffnet ein großes Potenzial zur Überwindung größerer Distanzen und hoher Prozesskosten, die ein Hindernis für Zahlungen und Einzahlungen sowie andere Arten von Finanzdienstleistungen darstellen können.

 

Der Präsident der Afrikanischen Entwicklungsbank, Donald Kaberuka, begrüßte die Partnerschaft und merkte an, man müsse „vom Business as usual abkommen, um den Finanzsektor in Afrika zu stärken. Indem wir die Entwicklung des Finanzsektors zu einer Priorität für Afrika machen, kümmern wir uns ernsthaft darum, afrikanischen Unternehmen genau die Unterstützung zu geben, die sie für mehr Wachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen brauchen. Wir sind fest entschlossen, den Zugang zu Finanzdienstleistungen kontinuierlich auszubauen, und zwar zu vertretbaren Kosten.“

 

Die Architekten dieser Initiative betonten, dass afrikanische Finanzinstitute über beträchtliche Liquidität verfügen. Strategien zur Stärkung des Finanzsektors sollten daher dazu beitragen, das aktuelle Potenzial afrikanischer Banken und anderer Finanzinstitute freizusetzen. Gegenwärtig beträgt das Gesamtvolumen der an Unternehmen und private Haushalte vergebenen Kredite rund 14 Prozent des gesamten Bruttoinlandsprodukts in Afrika – nicht genug, um das Wachstum und den Armutsabbau voranzutreiben. Eine Erhöhung auf 25 Prozent des BIP – ein Niveau, das viele andere Niedrigeinkommensländer erreichen – würde 70 Milliarden US-Dollar an zusätzlichen Investitionsmitteln für Haushalte und Unternehmen bedeuten.

 

Die Führer der G8-Staaten sprachen sich im Juni 2007 in Heiligendamm für die Partnerschaft zur Unterstützung stärkerer Finanzsysteme in Afrika aus.Vertreter Deutschlands, Frankreichs, Russlands, Großbritanniens, der USA, Schwedens, der Afrikanischen Entwicklungsbank, der CGAP, der EU, der UNO und der Weltbankgruppe bekräftigten ihr Engagement für die Entwicklung des Finanzsektors in Afrika, sagten der Partnerschaft bei einer Anschlusstagung in Berlin ihre Unterstützung zu, schlugen gemeinsame Grundsätze für diese Partnerschaft vor und riefen andere Stakeholder dazu auf, sich an der Initiative zu beteiligen.

 

Die Partnerschaft wird Maßnahmen zum Erreichen von drei Hauptzielen unterstützen:

  • Verbesserung des Zugangs zu Finanzdienstleistungen für alle wirtschaftlichen Akteure: Unternehmen, Privatpersonen, Haushalte.
  • Verbesserung der Tiefe, Diversität und Effizienz des Finanzsektors: Diese werden am Kreditvolumen für den privaten Sektor in Prozent des BIP, an besseren Zinsmargen und positiveren Kennzahlen für die Entwicklung der Kapitalmärkte und anderer Teile des Nichtbanken-Finanzsektors in den afrikanischen Finanzsystemen deutlich.
  • Stärkung der institutionellen und regulatorischen Kapazitäten, gemessen am Geschäftsklima und anderen Kennzahlen für die institutionelle Entwicklung.

Unter Hinweis darauf, dass Frauen in Afrika ein bislang ungenutztes wirtschaftliches Potenzial darstellen, betonte Frau Wieczorek-Zeul, dass besser funktionierende Finanzinstitute, die Frauen ungeschränkten Zugang zu Finanzdienstleistungen bieten, maßgeblichen Anteil an der Schaffung von Möglichkeiten auf dem afrikanischen Kontinent haben würden.

 

 

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Auf www.bmz.de finden Sie die Seiten des BMZ zur G8-Präsidentschaft

 

Weitere Informationen zu den Aktivitäten der Weltbank in Afrika auf: www.worldbank.org/africa

 

Weitere Informationen über die Afrikanische Entwicklungsbank auf: www.AfDB.org

 





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