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Die Weltwirtschaftsaussicht 2008 (GEP 2008) merkt an, dass das Weltwirtschaftswachstum sich im Jahre 2007 mit 3,6 Prozent im Vergleich zu 3,9 Prozent in 2006 leicht verlangsamt hat, was hauptsächlich auf schwächeres Wachstum in Ländern mit hohem Einkommen zurückzuführen ist. Für 2008 wird ein globales Wachstum von 3,3 Prozent erwartet.
Ein schwächerer US-Dollar, das Schreckgespenst einer amerikanischen Rezession und die steigende Volatilität der Finanzmärkte könnten dieses Bild der sanften Landung für die Weltwirtschaft überschatten. Diese Risiken könnten die Exporteinnahmen und den Kapitalzufluss in den Entwicklungsländern beschneiden und den Wert derer Dollarinvestitionen im Ausland reduzieren. Vor diesem Hintergrund werden die Reserven und anderen Schutzmechanismen, die die Entwicklungsländer in den vergangenen Jahren aufgebaut haben, möglicherweise benötigt, um unerwartete Schocks aufzufangen.
"Insgesamt erwarten wir im Laufe der nächsten zwei Jahre nur eine moderate Verringerung desWachstums in den Entwicklungsländern. Eine wesentlich schärfere Bremsung des Wachstums in den Vereinigten Staaten ist jedoch auf mittlere Sicht ein echtes Risiko für die Aussichten in den Entwicklungsländern," sagte Uri Dadush, Weltbankdirektor der Gruppe Entwicklungsaussicht und der Abteilung für internationale Handelsentwicklung (Development Prospects Group and International Trade Department).
Die Autoren des Berichtes nehmen an, dass die Kreditturbulenzen auf den internationalen Märkten bis spät in das Jahr 2008 andauern, die Kosten für große Finanzinstitute jedoch überschaubar bleiben werden. Desweiteren wird vorausgesagt, dass sich der Übertragungseffekt der Probleme auf dem US-Immobilienmarkt auf die Nachfrage nach Verbrauchsgütern im Zaum halten wird. "Hinsichtlich des Handels wird die große Importnachfrage in den Entwicklungsländern dazu beitragen, das globale Wachstum aufrechtzuerhalten. Das Resultat ist, dass aufgrund des billigeren US-Dollars die amerikanischen Exporte rapide anwachsen. Dies hilft bei der Reduzierung des US-Handeldefizits und trägt zum Ausgleich des Globalen Ungleichgewichtes bei," sagte Hans Timmer, Mitverfasser und Manager des Global Trends-Teams in der Bankgruppe Entwicklungsaussicht (Development Prospects Group). In jüngster Zeit hat das robuste Wachstum in den Entwicklungsländern zu den hohen Rohstoffpreisen für Öl, Metalle und Mineralien mit beigetragen. Davon haben viele Rohstoffexporteure profitiert, was den Bedarfsanstieg in manchen ärmeren Ländern erklärt. Die jüngsten Steigerungen der Getreidepreise - zum Teil aufgrund erhöhter Getreideproduktion für biologische Brennstoffe - wirken sich jedoch schlecht auf das reale Einkommen der armen Stadtbevölkerung aus. Die GEP 2008 argumentiert ferner, dass eine vorsichtigere makroökonomische Verwaltung und der technologische Fortschritt geholfen haben, die Gesamtproduktivität und das reale Einkommen in den Entwicklungsländern in den letzten 15 Jahren zu steigern, ein Trend, von dem erwartet wird, dass er im kommenden Jahrzehnt hilft, die Armut zu reduzieren. Das Spezielthema der GEP 2008 ist die Technologieverbreitung in Entwicklungsländern (siehe verwandte Pressemitteilung). Schlaglichter bei den Entwicklungsländern In der ersten Hälfte 2007 beschleunigte sich die Industrieproduktion über alle Entwicklungsregionen hinweg, vor allem aber in Ostafrika (Jahr für Jahr 20%). Die robusten Produktionsdaten werden auch in den BNP-Ergebnissen reflektiert. China, Indien und Russland waren instrumental bei der Vorantreibung der Produktionsleistung. In Ostasien und im Pazifik wird für 2007 ein BNP-Wachstum von 10% erwartet, in China erwartet man ein Wachstum von mehr als 11%. Für 2008 soll sich das Wachstum in der Region auf 9,7 % und bis 2009 auf 9,6 % verlangsamen. Die Auswirkungen der Turbulenzen bei den Weltfinanzzentren sind auf die meisten Wirtschaften der Region wahrscheinlich gering. Ausser in China sind die Finanzinstitute der Region den Hypothekenrisiken (bzw. der Zinsenkrise) nur beschränkt direkt ausgesetzt. Das BNP in Europa und Zentralasien soll für 2007 um 6,7 % anwachsen und sich dann in 2008 auf 6,1% und in 2009 auf 5,7% verlangsamen. Die Inflation stieg in mehreren Ländern an, was auf eine anhaltend starke Binnennachfrage und steigende Nahrungsmittel- und Brennstoffpreise (verschlimmert durch Trockenperioden in Bulgarien und Rumänien) zurückzuführen ist. Anzeichen einer Überhitzung sind in Bulgarien und dem Baltikum erkennbar. In der Türkei wird erwartet, dass eine lockerere Geldpolitik die Binnennachfrage stärkt, was zu einer Wachstumsteigerung und einem anhaltend großen Handelsdefizit führt. Das BNP in Lateinamerika und der Karibik stieg 2007 um 5,1 % und seine Wachstumsrate soll sich 2008 auf 4,5 % und 2009 auf 4,3 % verlangsamen, was hauptsächlich eine Rückkehr zu haltbareren Wachstumsraten in Argentinien und Venezuela reflektiert. Anderswo, einschließlich in Brasilien, sollte das Wachstum robust bleiben, während in Mexiko eine Erholung von einem schwachen Jahr 2007 erwartet wird. Das BNP in Mittel- und Nordafrika hat sich 2007 auf 4,9 % leicht verlangsamt und wird wahrscheinlich aufgrund der hohen Ölpreise 2008 auf 5,4 % ansteigen. In ölexportierenden Ländern tragen höhere Ölpreise zum Einkommen bei, welches in manchen Ländern, wie z.B. Algerien und im Iran, zum Teil in die Infrastruktur investiert wird. Vielseitige Exportländer, wie z.B. Jordanien, Marokko und Tunesien genießen Dank der gesteigerten europäischen Handelsnachfrage doppelstelliges Wachstum. Das BNP-Wachstum in Südasien hat sich 2007 leicht auf 8,4 % verringert, wobei die industrielle Produktion und das BNP-Wachstum durch eine starke Binnennachfrage angetrieben werden. Kreditexpansion, steigende Einkommen und starke Arbeitslöhne kurbeln den Privatkonsum an. Gleichzeitig sorgen Verbesserungen der Einstellung zu Geschäften, sowie steigende Unternehmensgewinne für weiteren Aufschwung. Das BNP im sub-saharischen Afrika wuchs 2007 um 6,1 % und soll 2008 um 6,4 % steigen, wobei ein Großteil des Aufschwunges auf eine starke Binnennachfrage zurückzuführen ist. Investitionen in der Region sollen weiterhin stark bleiben, obwohl die internationalen Kreditbedingungen zum Teil aufgrund umfangreicher Fremdinvestitionen verschärft wurden. Im Gegensatz dazu wird erwartet, dass sich die Privatnachfrage in Südafrika, wo höhere Zinsen und eine Erosion des Realeinkommens die Realausgaben schwächen, verringert. Das regionale Wachstum könnte 2009 bis auf 5,8 % sinken, weil Ölexporteure auf internationale Bedingungen mit leicht verringerten Fördermengen reagieren.
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