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Wirtschaftskrise verändert laut Zoellick weltweite Machtstrukturen

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Press Release No:2010/085/EXT

WASHINGTON, 28. September 2009 — Die Weltwirtschaftskrise trägt laut Robert B. Zoellick, dem Präsidenten der Weltbankgruppe, zu Veränderungen der weltweiten Machtstrukturen bei, deren Auswirkungen an den Devisenmärkten, in der Geldpolitik, bei den Handelsbeziehungen und der Rolle der Entwicklungsländer zu spüren sein werden. 

In einer Rede im Vorfeld der Jahrestagung von Weltbank und IWF in Istanbul betonte Zoellick, die Führer der Welt müssten das multilaterale System umgestalten und für eine „verantwortungsbewusste Globalisierung“ sorgen, die ein ausgewogenes globales Wachstum und die finanzielle Stabilität fördert, auf die weltweiten Bemühungen im Kampf gegen den Klimawandel aufbaut und mehr Möglichkeiten für die Ärmsten schafft. 

„Die alte internationale Wirtschaftsordnung hatte bereits vor der Krise Mühe, mit den Veränderungen Schritt zu halten“, erklärte Zoellick vor dem Publikum in der Paul H. Nitze School of Advanced International Studies der Johns Hopkins University, in Washington, DC.  „Die derzeitigen Umwälzungen offenbaren die großen Lücken und drängenden Bedürfnisse. Es ist an der Zeit, dass wir aufholen und voranschreiten.“

In der Rede mit dem Titel „Nach der Krise?“ sagte Zoellick: „Die Prüfung eines neuen Rahmenwerks für kräftiges, nachhaltiges und ausgewogenes Wachstum, das letzte Woche beim G20-Gipfel vereinbart wurde, ist ein guter Anfang. Dazu bedarf es jedoch einer stärkeren internationalen Kooperation und Koordination als bislang und einer neuen Bereitschaft, die Ergebnisse der weltweiten Überprüfung auch ernst zu nehmen. Die Prüfung muss auch Druck bedeuten.“

Wichtig sei ferner, dass die G20 auch an jene Länder dächten, die nicht mit am Tisch sitzen. „Wie in der vergangenen Woche in Pittsburgh vereinbart, sollten die G20 das vorrangige Forum für internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Industrieländern und den aufstrebenden Mächten sein. Doch die G20 können kein von anderen losgelöstes Forum sein. Ebenso wenig dürfen die mehr als 160 Länder, die ihr nicht angehören, ungehört bleiben.“

Chinas entschlossene Reaktion auf die Wirtschaftskrise und seine schnelle Erholung unterstrichen den wachsenden Einfluss des Landes als stabilisierende Kraft in der heutigen Weltwirtschaft. Chinas Führung stünde aber aufgrund der rapiden Kreditzunahme und der Exportabhängigkeit der chinesischen Wirtschaft vor beträchtlichen Herausforderungen.  

Auch die USA seien von der Krise zweifellos hart getroffen worden. Ihre Prognose hänge davon ab, ob sie gegen die enormen Defizite angeht, ob ihr ein Aufschwung ohne Inflation gelingt und ob das Finanzsystem modernisiert werden kann  Die USA hätten sich in der Vergangenheit immer wieder von Rückschlägen erholt. „Es wäre aber ein Fehler, wenn die USA den Status des US-Dollar als weltweit wichtigste Reservewährung als selbstverständlich betrachten würden“, so Zoellick weiter. „In Zukunft wird es immer mehr Alternativen zum US-Dollar geben.“ 

Die Krise habe die Aufmerksamkeit der Gesetzgeber auf die bedeutende Rolle der Zentralbanken gelenkt. Diese hätten mit ihrem Handeln nach Ausbruch der Krise überzeugt, während deren Entstehung dagegen weniger. In den USA wird es schwierig sein, die unabhängigen, mächtigen Technokraten bei der US-Notenbank mit noch mehr Befugnissen auszustatten.  Ich deute das Krisenmanagement in letzter Zeit so, dass das US-Finanzministerium mehr Befugnisse brauchte, um eine Schar verschiedener Regulierer um sich zu versammeln.  Darüber hinaus ist das Finanzministerium eine Stelle der Exekutive, sodass der Kongress und die Öffentlichkeit direkter überwachen können, wie es zusätzliche Befugnisse nutzt.“

Der Aufstieg der Entwicklungsländer habe bereits vor der Krise begonnen, und ihre Position werde durch die Krise weiter gestärkt. Ihr wachsender Anteil an der Weltwirtschaft sei eine positive Entwicklung. „In Zukunft würde ein ausgeglicheneres, inklusiveres Wachstumsmodell für die Welt von mehreren Wachstumspolen profitieren“, fährt Zoellick fort. „Mit Investitionen in die Infrastruktur, die Menschen und private Unternehmen könnten Länder in Lateinamerika, Asien und dem Nahen Osten zu einer „neuen Normalität“ für die Weltwirtschaft beitragen.“

 

Weitere Informationen über das Programm der Weltbank finden Sie im Internet unter www.worldbank.org.

 





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