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BESSERE HANDELSLOGISTIK KANN WIRTSCHAFTSERHOLUNG STÄRKEN

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Kontakt: 
In Washington: Alejandra Viveros + 1 (202) 473-4306 
Aviveros@worldbank.org 
In Berlin: Steven Jouy + 49-30-7261-4251
Sjouy@worldbank.org 

WASHINGTON, 15. Januar 2010—Die Fähigkeit von Ländern, Waren effizient zu befördern sowie Hersteller und Verbraucher an die internationalen Märkte anzubinden, bessert sich weltweit. Gleichwohl sind weitere Fortschritte nötig, um ein rascheres Wirtschaftswachstum zu fördern und den Unternehmen zu helfen, von der Erholung des Welthandels zu profitieren. Zu diesem Schluss gelangt eine neue Studie der Weltbankgruppe zur Handelslogistik.

Deutschland führt das Feld der 155 Volkswirtschaften im Logistics Performance Index (LPI) an, das in der Studie Connecting to Compete 2010: Trade Logistics in the Global Economy vorgestellt wird. Die Studie basiert auf der größten weltweiten Befragung von internationalen Spediteuren und Expresskurierdiensten.

„Die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft drängt die Länder unnachgiebig, ihre Leistung zu steigern. Und die Verbesserung der Handelslogistik ist eine gute Möglichkeit, eine höhere Effizienz, niedrigere Kosten und zusätzliches Wirtschaftswachstum zu erzielen“, erklärt der Präsident der Weltbankgruppe Robert B. Zoellick, der vom 13.–15. Januar Berlin besucht, um über weltweite Entwicklungs- und Wirtschaftsfragen zu sprechen. „Die Optimierung der Verbindungen zwischen Märkten, Herstellern, Landwirten und Verbrauchern eröffnet gewaltige Wachstums- und Investitionsmöglichkeiten und sollte in Wachstumsstrategien von Entwicklungsländern ganz oben auf der Agenda stehen. Ich freue mich, dass ich bei der Vorstellung dieser globalen Studie in Deutschland bin, dem Primus in punkto effiziente Logistik.“

Laut dem LPI beherrschen Länder mit hohem Einkommen die vordersten Plätze bei der Beurteilung des logistichen Potentials, und viele von ihnen spielen eine wichtige Rolle innerhalb der weltweiten und regionalen Lieferketten. Die zehn Länder mit den schwächsten Ergebnissen gehören indes fast alle zur Gruppe der Länder mit geringem oder niedrigerem Einkommen.

Zwar offenbart die Studie ein beträchtliches „Logistikgefälle“ zwischen reichen Ländern und vielen Entwicklungsländern; sie weist aber auch auf positive Trends in einigen für die Logistikleistung und den Handel sehr wichtigen Bereichen hin. Dazu zählen die Modernisierung des Zollsystems, die Nutzung von Informationstechnologie und die Entwicklung privater Logistikdienstleistungen.

„Nach unserer ersten Studie im Jahr 2007 haben viele Entwicklungsländer ihre Kapazitäten zur Anbindung an die internationalen Märkte verbessert – ein wichtiger Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit und das Wirtschaftswachstum“, sagt Otaviano Canuto, Vizepräsident der Weltbank für Armutsabbau und Wirtschaftsmanagement. „Doch wenn die Entwicklungsländer stärker und wettbewerbsfähiger aus dieser Krise hervorgehen wollen, müssen sie in eine bessere Handelslogistik investieren.“

„Länder mit leistungsfähigerer Logistik können schneller wachsen, wettbewerbsfähiger werden und Investitionen steigern“, erklärt Bernard Hoekman, Direktor der Abteilung für Handel der Weltbank. „Unsere Analyse zeigt, dass eine Erhöhung der Logistikleistung in Niedrigeinkommensländern auf das Durchschnittsniveau für Mitteleinkommensländer den Handel um rund 15 Prozent steigern und allen Unternehmen und Verbrauchern durch günstigere Preise und höherwertige Dienstleistungen zugute kommen kann.“

Der Bericht, der unter der Leitung der Ökonomen der Weltbankgruppe Jean Francois Arvis und Monica Alina Mustra erstellt wurde, legt dar, dass in Entwicklungsländern die Logistikleistung das Pro-Kopf-Einkommen übersteigt: Viele Länder schneiden besser ab, als ihr Einkommensniveau erwarten lassen würde, zum Beispiel: China (27), Indien (47), Uganda (66), Vietnam (53), Thailand (35), die Philippinen (44) und Südafrika (28).

Ebenso haben in der Zeit zwischen den beiden Studien (LPI 2007 und 2010) häufig vor allem jene Länder markante Verbesserungen erzielt, die umfassende Reformen in den Bereichen Logistik und Handelserleichterungen früher umgesetzt haben, darunter Kolumbien, Brasilien und Tunesien.

Bei der Frage, wie die Entwicklungsländer nach Region abschneiden, zeigt sich folgendes: Südafrika (28) erzielt in Afrika die besten Werte, China (27) in Ostasien, Polen (30) in Mittel- und Osteuropa, Brasilien (41) in Lateinamerika, Libanon (33) im Nahen Osten und Indien (47) in Südasien.

Laut der Studie wird die Logistikleistung in hohem Maße von der Qualität der Institutionen im öffentlichen Sektor und der effektiven Koordinierung der Grenzabfertigungsprozesse zwischen allen für die Grenzverwaltung zuständigen Stellen beeinflusst. In diesem Bereich schneiden die Zollbehörden besser ab als viele andere Behörden, was auf einen Reformbedarf bei der Grenzverwaltung hindeutet. In Ländern mit schwächerer Leistung wird durchschnittlich jeder zweite Container physisch inspiziert und jeder siebte wenigstens zwei Mal.

Auch in anderen Bereichen besteht Verbesserungsbedarf. Nötig sind unter anderem eine bessere Verkehrspolitik, die Stärkung des Wettbewerbs bei handelsbezogenen Dienstleistungen wie Lkw-Transport, Speditionen und Eisenbahnen sowie eine bessere Infrastruktur für den Handel. Für viele Niedrigeinkommensländer bestehen die bedeutendsten Engpässe, deren Beseitigung mit dem größten Nutzen verbunden ist, sogenannte Binding Constraints, häufig in den Bereichen Logistikdienste und internationale Transitsysteme. Da sie bei vielen anderen Indikatoren besser abschneiden, wird die Verbesserung der Infrastruktur für den Handel häufig als Priorität für Mitteleinkommensländer genannt.

Die Weltbankgruppe unterhält eine Reihe von Projekten zur Verbesserung der Handelslogistik in Entwicklungsländern. Im Rahmen des East Africa Trade and Transport Facilitation Project wurde mit Mitteln in Höhe von 250 Millionen US-Dollar die Infrastruktur im Transitkorridor verbessert und der wichtigste Grenzübergang zwischen Uganda und Kenia in Malaba modernisiert, so dass sich der Zeitaufwand für den Grenzübertritt von drei Tagen auf drei Stunden reduziert hat. In Tunesien sorgt ein 250-Millionen-Dollar-Projekt durch Senkung der Handelskosten und Optimierung der Grenzabwicklungsverfahren für eine verbesserte Wettbewerbsfähigkeit . Und in Afghanistan stellte die Weltbank 31,2 Millionen US-Dollar für ein Projekt zur Modernisierung und Computerisierung vier großer Grenzübergänge bereit. Die Zolleinnahmen stiegen dadurch von 50 Millionen US-Dollar bei Projektbeginn im Jahr 2004 auf über 399 Millionen US-Dollar im Jahr 2008.

Darüber hinaus beteiligt sich die Weltbank gemeinsam mit IBM, Microsoft und der Global Express Association im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft an dem Projekt Aid for Trade Facilitation (Beihilfen zur Handelserleichterung). Die Zielsetzung ist dabei die Entwicklung von Projekten in Entwicklungsländern, die mittels innovativer IT-Lösungen die Grenzverfahren rationalisieren.

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