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Hochmoderne Autos allein können das Problem der Verkehrsemissionen nicht lösen

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Weltbankbericht „Turning the Right Corner“ zeigt, dass weitreichendere Reformen und neue Mobilitätsmuster nötig sind

 

BERLIN, 27. September 2012 --- Entwicklungsländer müssen den Übergang zu einem Transportsektor mit geringen Kohlenstoffemissionen schaffen, wenn sie einer nicht nachhaltigen und kostspieligen Zukunft ausweichen wollen, so ein neuer Bericht der Weltbank. Der technische Fortschritt beansprucht zu viel Zeit, um das Problem der Verkehrsemissionen zu lösen, zumal etwa Autos mit Brennstoffzelle Erwartungen zufolge sich erst zum Ende des 21. Jahrhunderts als Massentechnologie durchsetzen dürften.  Länder müssen jetzt damit beginnen, die Mobilitätsmuster nachhaltiger zu gestalten. Damit dies kostengünstig gelingt, sind umfassende Sektorreformen notwendig, die alle externen Kosten des Transports abdecken, nicht nur die Treibhausgasemissionen. 

 

Laut dem Bericht Turning the Right Corner: Ensuring Development Through a Low-carbon Transport Sector wird der Verkehr bis Mitte des 21. Jahrhunderts der größte Verursacher von Treibhausgasemissionen sein, wenn Länder die Nutzung fossiler Kraftstoffe nicht verringern. Steigende Ölpreise und Abkommen zur Preisfestsetzung auf Kohlenstoffemissionen werden zu höheren Transport- und Verkehrskosten führen. Die europäischen Länder, die über gut ausgebaute öffentliche Nahverkehrsnetze verfügen, sind besser gerüstet, um auf künftige Veränderungen der Energie- und Emissionspreise zu reagieren, als Länder wie die USA, die den Schwerpunkt auf die Straßeninfrastruktur gelegt haben.

 

„Der Verkehr ist eine treibende Kraft für die soziale und wirtschaftliche Entwicklung. Er ermöglicht den Bürgern den Zugang zu Gesundheitsdiensten, Bildungsangeboten und Arbeitsplätzen und hilft Städten und Ländern, ihr Wachstumspotenzial zu entfalten“, erklärt Rachel Kyte, Vice President for Sustainable Development bei der Weltbank.  „Entwicklungsländer können heute die Weichen stellen, um die durch den Transport verursachten Treibhausgasemissionen zu reduzieren und so die Nutzung fossiler Kraftstoffe wie auch die Transportkosten langfristig zu drücken und zugleich den Beitrag des Transportsektors zu einem inklusiven ‚ökologischen’ Wachstum sicherzustellen.“

 

Der neue Bericht analysiert, was Länder tun müssen, damit ihnen der Übergang zu einem Transportsektor mit geringen Kohlenstoffemissionen gelingt, und wie sie dies finanzieren können. Dieser Übergang beinhaltet die Umstellung der Transportsysteme auf emissionsarme Transportformen, etwa einen größeren Anteil des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) am Stadtverkehr, sowie veränderte Siedlungs- und Mobilitätsmuster, weg von energieintensiven Formen wie der Suburbanisierung in Nordamerika. 

 

„Der Aufbau einer Transportinfrastruktur ist mit sehr hohen Kosten verbunden und einmal getroffene Entscheidungen sind häufig unumkehrbar“, sagt Marc Juhel, Sector Manager for Transport bei der Weltbank.  Werden Infrastrukturinvestitionen heute in emissionsarme Transportformen gelenkt, kann verhindert werden, dass Transportsysteme unaufhaltsam auf eine Zukunft zusteuern, die mit einer intensiven Nutzung fossiler Kraftstoffe und hohen Kosten verbunden ist. Die Entwicklungsländer haben die Chance, den Grundstein für eine nachhaltigere Zukunft zu legen.“

 

Die kostengünstigste Möglichkeit den Übergang zu einem emissionsarmen Transportsektor zu finanzieren, besteht der Studie zufolge darin, weitreichende Sektorreformen umzusetzen, die Maßnahmen zur Minderung der Treibhausgasemissionen mit solchen zur Verringerung der Luftverschmutzung, von Sicherheitsrisiken im Straßenverkehr und von Staus auf lokaler Ebene miteinander kombinieren.  Denn auf lokaler Ebene sind die Kosten von Treibhausgasemissionen niedriger als andere externe Transportkosten. Um Kraftstoffpreise ausreichend zu beeinflussen und so die Mobilitätsmuster der Menschen zu verändern, muss die Belegung von Kohlenstoffemissionen mit Kosten mit umfassenderen steuerlichen Anreizen kombiniert werden. 

 

„Die schnell wachsenden Städte in Entwicklungsländern werden vor der Herausforderung stehen, Alternativen zum Straßenverkehr zu finden. Der Staat muss ein hochwertiges Angebot an emissionsarmen Transportformen sicherstellen, da die Menschen anderenfalls dem Individualverkehr, also dem Auto, weiter den Vorzug geben werden”, mahnt Andreas Kopp, Lead Transport Economist bei der Weltbank und hauptverantwortlicher Verfasser des Berichts. 

 

Asien liefert mehrere Beispiele für wachstumsstarke Länder, die ihren Transportsektor mit Erfolg kohlenstoffarm gestaltet haben, darunter Hongkong SVZ (China), Japan, Korea und Singapur.  In Hongkong beispielsweise verdoppelte sich vor dreißig Jahren innerhalb eines Jahrzehnts die Zahl der Autos und der Zeitverlust durch Staus stieg gewaltig an. Durch einen integrierten Ansatz aus Straßenbau, massivem Ausbau des ÖPNV und Bedarfssteuerung halbierte sich die Zahl der Autos bis 1985—damals waren 10 Prozent der Personenkraftwagen Taxis. Die Fahrzeiten verkürzten sich dabei dramatisch, ohne dass die Stadt an Attraktivität als Wirtschaftsstandort einbüßte.  Hongkong belegt heute im Infrastrukturindex des Logistics Performance Index 2012 sowie des Doing Business Report der Weltbank und IFC Rang zwei.

 

 

Kontakt:

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Für Sendeanfragen:  Natalia Cieslik, +1 202 458 9369, ncieslik@worldbank.org

 

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